Thünen-Modellierung zeigt: Der Boden ersetzt Bäume zeitweise als Kohlenstoffsenke
- jmschmidt17
- vor 2 Tagen
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In den Trockenjahren 2018 bis 2020 haben Deutschlands Wälder ihre Funktion als Kohlenstoff-Senke weitestgehend verloren. Doch nun zeigt sich: Der Waldboden hat in dieser Zeit die Senkenfunktion der Bäume übernommen und fast genauso viel Kohlenstoff eingespeichert wie der Wald abgegeben hat.

Wie das möglich ist? Die Wissenschaftler*innen erklären das so:
Durch die Trockenheit sind viele Bäume abgestorben. Das Totholz blieb teilweise im Wald.
Auf den entstandenen Kahlflächen ist es wärmer als im Wald. Damit wurden Totholz, Nadeln, Blätter und abgestorbene Feinwurzeln schneller von Mikroorganismen zersetzt.
Dabei wurde jede Menge Kohlenstoff im Boden eingespeichert.
„Wir vermuten, dass Bäume in trockenen Jahren eher in die Wurzelmasse als in die Blattmasse investieren, um so besser an das Wasser im Boden zu gelangen“, berichtet Dr. Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut für Waldökosysteme.
Wälder und ihre Böden sind weltweit eine wichtige Kohlenstoffsenke. Derzeit sind dort rund 2.200 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert, so die Ergebnisse der Modellierung der aktuellen Bodenzustandserhebung (BZE II).



