Studie zeigt Bedeutung der Satelliten-Erdbeobachtung für EU-Verordnungen auf
- jmschmidt17
- vor 4 Tagen
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Die Erdbeobachtung mittels Satelliten, insbesondere über das EU-Programm Copernicus, wird immer wichtiger für die Politik. Zugleich fehlen wichtige Bausteine, um die Anforderungen für wissenschaftsbasierte politische Entscheidungen zu erfüllen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Lücken der Erdbeobachtung und des Copernicus-Programms analysiert und daraus Empfehlungen für Wissenschaft und Politik ableitet. Die Forschenden um Katja Berger vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung raten dazu, die räumliche und zeitliche Auflösung von Satellitendaten zu verbessern und künftige Beobachtungsmissionen gemeinsam mit Politik und Betroffenen zu konzipieren. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Journals „Land Use Policy“ erschienen.

Fachwissenschaftler:innen der satellitengestützten Fernerkundung haben drei wichtige EU-Verordnungen im Detail analysiert und überblicksartig 19 weitere EU-Verordnungen und -Richtlinien (Abb.2) zum Schutz der Umwelt betrachtet. Die Studie schaut genauer auf die Gemeinsame Agrarpolitik (CAP), die aktualisierte EU-Verordnung über Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (EU LULUCF) zum Schutz des Klimas sowie auf die neue Verordnung zu entwaldungsfreien Produkten (EUDR). Speziell wurden die Ziele von CAP, EU LULUCF und EUDR zusammengetragen und dabei eruiert, wie das Umweltsatellitenprogramm Copernicus, dessen Sentinel-Satelliten von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt und betrieben werden, derzeit zur Überprüfung der Ziele beiträgt, bzw. wie sich die Anforderungen an das Programm und dessen Datenprodukte wandeln werden.
Die Studie zeigt, dass die aktuellen Copernicus-Datenprodukte die politischen Bedürfnisse bislang nur teilweise erfüllen – obwohl Copernicus der weltweit größte Anbieter frei zugänglicher Weltraumdaten ist. Zugleich verdeutlicht sie die Schlüsselrolle des Programms im gesamten Politikzyklus, von der Zielsetzung bis zur Umsetzung und Überprüfung. Es handelt sich um die erste integrierte Gap-Analyse, die Lücken zwischen politischen Zielen und den Möglichkeiten der Fernerkundung aufzeigt.
Mehr in den GFZ-Sektionsnews: https://www.gfz.de/sektion/fernerkundung-und-geoinformatik/ueberblick/sektionsnews/fuer-die-politik-eo-daten-in-nahezu-echtzeit-und-hoher-raeumlicher-aufloesung
Zum vollständigen Artikel: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264837725002832



