Kleine Entwaldungsflächen treiben Kohlenstoffverlust in den Tropen voran
- jmschmidt17
- vor 2 Tagen
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Tropische Wälder, oft als die grünen Lungen der Erde bezeichnet, binden große Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre, setzen Sauerstoff frei und tragen zur Regulierung des globalen Klimas bei. Während die Gefahr der großflächigen Entwaldung allgemein bekannt ist, zeigen neue Erkenntnisse einen überraschenden Verursacher auf: Die Rodung kleiner Waldflächen ist für mehr als die Hälfte der Netto-Kohlenstoffverluste in den Tropen verantwortlich.

Eine in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie liefert die bislang detaillierteste Rekonstruktion der Veränderungen des Kohlenstoffgehalts in tropischen Wäldern aufgrund von Störungen in den letzten drei Jahrzehnten, und ihre Ergebnisse sind alarmierend. Forscher des LSCE in Frankreich, die an Projekten der Europäischen Weltraumorganisation ESA beteiligt sind, fanden heraus, dass selbst kleinste Rodungen, oft weniger als zwei Hektar groß, für mehr als die Hälfte der gesamten Kohlenstoffverluste in den Tropen verantwortlich sind.
Das Team verwendete einen Ansatz, der Satellitenbeobachtungen mit neuartigen Biomasse-Rückgewinnungs-Informationen kombiniert. Dadruch war es Ihnen möglich, Kohlenstoffverluste und -gewinne in einer bemerkenswert feinen Auflösung von 30 Metern zu kartieren. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Störungen in tropischen Feuchtwäldern zwischen 1990 und 2020 zu einem Kohlenstoffverlust von fast 16 Milliarden Tonnen führten, während Störungen in tropischen Trockenwäldern insgesamt ein Gleichgewicht zwischen Störungsverlusten und -gewinnen aufwiesen.
Zum vollständigen ESA-Artikel: https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Space_for_our_climate/Tiny_patches_of_deforestation_drive_tropical_carbon_loss#msdynmkt_trackingcontext=245faea3-17a0-4036-8a6a-71a4116a0300
Zur Nature-Studie: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09870-7



