ESA Business Applications: Sustainable Digitally Connected Solutions for the Commodities Crisis

Der Call zielt auf die Entwicklung von Studien zur Analyse der technischen Machbarkeit und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit nachhaltiger Anwendungen und Dienste ab, die die Herausforderungen des Rohstoffsektors kurzfristig, d. h. in zwei Jahren, und mittelfristig durch die Integration von raumfahrtgestützten Technologien angehen.  Die jüngsten geopolitischen Ereignisse haben auch eine Krise auf allen Rohstoffmärkten ausgelöst, wobei die Preise für Energie und Lebensmittel extrem schnell gestiegen sind. In dieser Krise besteht die Gefahr, dass auf wenig nachhaltige Strategien zurückgegriffen wird, um kurzfristig auf Versorgungsschocks zu reagieren. Diese reaktiven Maßnahmen können jedoch erhebliche Auswirkungen auf die globale Klimaagenda haben und eine lang anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schaffen.

Zu den betroffenen und hier angesprochenen Branchen gehören alle Roh- und Verarbeitungserzeugnisse der Landwirtschaft und Lebensmittel, die allgemeine Lieferkette sowie der Energiesektor. Zu den Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft gehören etwa Landwirte, Erzeuger (Lebensmittel, Düngemittel), Händler, Agrarrohstoffhändler, Logistiker, Versicherer, Investoren oder allgemein Branchen, die auf Agrarrohstoffe angewiesen sind, z. B. industrielle Öllieferanten.

Agrarrohstoffe und Lebensmittel: Es gilt als wahrscheinlich, dass eine globale Nahrungsmittelknappheit bevorsteht, da ein großer Teil der weltweiten Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais, Gerste, Mais und Sonnenblumenöl in der Ukraine und in Russland produziert wird. Darüber hinaus hängt die globale Nahrungsmittelbelastbarkeit auch von der Verwendung von Düngemitteln ab, deren Herstellung auf Erdgas beruht; dies trägt insgesamt erheblich zum Preisanstieg vieler wichtiger Nahrungsmittel bei. 

Als Reaktion auf diese Herausforderungen wird erwartet, dass der Landwirtschaftssektor vermehrt auf bewährte Agrartechnologien für eine regenerative Landwirtschaft zurückgreifen muss, um den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu verringern. Damit die regenerative Landwirtschaft wirtschaftlich tragfähig wird, müssen jedoch Maschinen und Verfahren entwickelt werden, um die Kosten für regenerative Verfahren zu senken, sowie Planungsinstrumente zur Ermittlung der wichtigsten Risikofaktoren und zur Unterstützung strategischer Entscheidungen. 

Um die Ziele zu erreichen und die oben genannten Themen zu behandeln, sollen die vorgeschlagenen Dienste auf innovative Raumfahrttechnologien und -daten basieren. Beispiele sind:

  • Satellitenkommunikation (SatCom) für ein satellitengestütztes Internet der Dinge (IoT), einschließlich 5G, zur Verbindung von Sensoren in landwirtschaftlichen Gebieten mit begrenzter Abdeckung durch terrestrische Netze oder Tracking- und Trace-Lösungen zur Optimierung von Liefer- und Logistikprozessen.
  • Satellitengestützte Erdbeobachtung (SatEO) zur Identifizierung von unbebautem Land, das die Umweltkriterien für eine effektive Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse erfüllen könnte; zur Vorhersage von Ernteerträgen und potenziellen Verkäufen; zur Bewertung des wirtschaftlichen Rentabilitätspotenzials und der Umweltvorteile regenerativer Landwirtschaft oder zur Erfassung und Überwachung von z. B. Umweltrisiken entlang der Lieferkette.
  • Satellitennavigation (SatNav) zur genauen und nahtlosen Positionierung durch globale Satellitennavigationssysteme (GNSS), 5G und andere ergänzende Systeme in der gesamten Lieferkette oder zur Stärkung von Rückverfolgbarkeitssystemen, um aufzuzeigen, woher die Produkte stammen und wie sie sich durch die Lieferkette bewegen, so dass Nachhaltigkeitsrisiken identifiziert werden können.

Die Ausschreibung ist geöffnet vom 30. September bis 31. Oktober 2022.

Ein Informations-Webinar findet am 13. September 2022 um 11:00 Uhr statt.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:   

Bärbel Deisting

Deutsche ESA Business Applications Botschafterin

bavAIRia e.V.

+49 8105 2729-2741

nonstop@german-ba-ambassador.de

oder   

Anke Freimuth

Programmkoordinatorin ESA Business Applications

Deutsche Raumfahrtagentur im DLR

+49 228 447-300

anke.freimuth@dlr.de